Über die Physiotherapie bei Hunden

Tiere können genauso wie wir Menschen u. a. auch an degenerative Skeletterkrankungen, Verletzungen, Fehl- oder Überbelastungen oder an chronischen Schmerzen leiden. Auch sind zuchtbedingte Faktoren und Operationen aus verschiedenen Gründen nicht zu vergessen. Tiere fühlen auch wie wir Schmerzen und Unwohlsein – so hat die Physiotherapie es als Ziel:

  • Schmerzen zu lindern
  • Beweglichkeit zu verbessern
  • Förderung der Muskelfunktion/Muskelaufbau
  • Operation unterstützend vor- und nachbehandeln
  • Vorbeugung vor Krankheiten
  • Steigerung der Lebensqualität
  • Erhaltung und Verbesserung der Muskel-, Nerven- und Gelenkfunktion
  • Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer
 
Hundemassage Behandlung 1

Therapiemethoden

Passive Krankengymnastik

Durch das passive Bewegen, der manuelle Therapie oder der Dehnungen soll die Funktion der Gelenke erhalten oder wieder hergestellt werden. Ziel dieser Behandlung ist die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten oder zu verbessern, Blockaden zu lösen oder die Muskulatur um die gelenkumgebenen Strukturen zu dehnen.

Massage

Erkrankte Hunde am Bewegungsapparat oder auch ältere Hunde leiden oft unter schmerzhaften Muskelverspannungen,- verhärtungen oder Verklebungen. Durch die unterschiedlichen Massagegriffe geht es darum, durch manuelle Einwirkung auf die Haut, das Gewebe und die Muskulatur zu entspannen oder zu stimulieren. Durch die Massage wird die Muskulatur und die Haut zur Durchblutung angeregt. Ziel einer therapeutischen Massage ist die Schmerzlinderung und die Entspannung.

Blutegeltherapie

Die Wirksamkeit der Blutegeltherapie beruht darauf, dass der Blutegel während des Saugens einen speziellen „Speichelcocktail“ (auch Saliva genannt) in die offene Wunde oder an die behandelnde Stelle abgibt. Der Speichel enthält etwa 30 verschiedene Substanzen. Sie wirken unter anderem schmerzlindernd, entzündungshemmend, lymphstrombeschleunigend, blutgerinnungshemmend und antithrombotisch.

Thermotherapie

Anwendungsgegestände bei der Thermotherapie sind u.a. eine heiße Rolle, Wärmekissen (z.B. Kirschkern), Infrarotlampe oder auch einfach nur eine Wärmflasche Anwendungsgegenstände.

Die Wirkung der Wärme auf die Muskulatur/Körper sind:

  • schmerzlindernd und muskeltonussenkend 
  • druchblutungssteigernd

Aktive Krankengymnastik

Bei der aktiven Krankengymnastik werden Geräten wie z.B. : Cavalettis, Erhöhungen, Schaukelbrett oder Balancekissen genutzt, um den Muskelaufbau, die Koordination oder die Gangschulung zu fördern.

Schallwellentherapie

Insbesondere bei chronischen Schmerzen, z. B. durch das Cauda-Equina-Syndrom, Spondylosen, bei Muskelverhärtungen und Kontrakturen, findet das NOVAFON Schallwellengeräte seinen Einsatz. Es kann auch Effekte auf die Beschleunigung von Nervenregenerationen und positiven Wirkung auf die Narbenheilung haben. Darüber hinaus können die sanften Schallwellen,  bei eingeschränkter Beweglichkeit und Schmerzen, z. B. bei Spondylarthrose oder nach Sehnen- und Bänderverletzungen, eingesetzt werden.

Weitere Leistungen

Lasertherapie (LowLevelLaser)

Durch die vom Laser abgegebenen Lichtbündel werden die Zellen „aktiviert“. So können die Zellen ihre Arbeit „aktiver“ erledigen. Durch diesen Prozess, des Erreichens der Zelle durch Licht, wirkt die Lasertherapie auf Schmerzen, Entzündungen und auf das Gewebe. Die Lasertherapie ist sinnvoll bei: Wundheilungsstörungen, Narben, Narbenentstörung,Durchblutungsförderung, Regeneration, muskulären Probleme, Hämatome, nervale Entzündungen/Schmerzen und pathologische Veränderungen des Bewegungsapparates.

Dorntherapie

Die Dorntherapie ist eine sehr sanfte und zuverlässige Therapie mit der Blockaden gelöst werden können. Desweitern können Atlas- und Kieferfehlstellungen ausgeglichen werden, die Einfluss auf den gesamten Bewegungsablauf haben können.

Akupunktur

Gerade zur Behandlung von Bewegungsstörungen und/oder schmerzhaften Zuständen bietet sich die Akupunktur als rückstandsfreie Behandlungsmethode an.Triggerpunkte, Schmerzpunkte, tender points oder wie immer sie auch genannt werden: Schmerzen im Bereich der Körperoberfläche und in der Muskulatur lassen sich mit moderner Akupunktur ausgezeichnet therapieren.

Isometrische Übungen bzw. Stabilisation

Diese Übung lassen sich wunderbar einsetzen, um gemeinsam mit dem Hund an seiner Standstabilität zu arbeiten. Ziel der Übung ist es die Muskulatur aufzubauen, an den Belastungsphasen, Koordination und am Gleichgewicht zu arbeiten.                 

Kryotherapie/Eistherapie

Gegensätzlich zur Thermotherapie gibt es auch die Eistherapie.Diese Therapieform hat ebenso das Ziel die Schmerzen zu reduzieren und die Schmerzgrenze zu erhöhen. Der Muskeltonus kann durch die Kälte heraufgesetzt werden, was vor allem bei hypotonen (schlaffen) Lähmungen wichtig ist. Angewendet wird die Eistherapie vor allem bei: Schmerzzuständen, Entzündungen, Verbrennungen, Schwellungen, Blutergüssen, Verstauchungen, Prellungen oder hypertoner Lähmung.

Manuelle Lymphdrinage

Die Lymphdrainage ist eine sehr sanfte und entspannende Behandlungsmaßnahme. Die Behandlung erfolgt mit sehr wenig Druck, damit die Lymphgefäße angesprochen werden. Es wird speziell bei Schwellungen, Ödemen oder nach Operationen angewendet um den Abtransport der Flüssigkeit zu fördern.

Narbenbehandlung (vor und nach der OP)

Das Narbengewebe ist ein unelastisches Gewebe, was durchaus bei sehr großflächigen Narben mit Gelenkbeteiligung schmerzhaft sein und so Bewegungseinschränkung verursachen kann. Durch eine Narbenmassage wird man das Gewebe elastisch und dehnbar gehalten und Vernarbungen können vermieden werden.

Atemtherapie

Wird häufig bei älteren Hunden angewendet, um eine Atemvertiefung oder Atemerleichterung zu verschaffen. Die Atemtherapie kann aber auch eine Unterstützungsmöglichkeit bei Atemwegserkrankungen und nach Operationen sein. Sie wirkt also auch schleimlösend und kann die Mobilität und die Beweglichkeit des Brustkorbs verbessern.